Die aPDT ist keine eigenständige Behandlung, sondern ein Verstärker: Sie kommt dort zum Einsatz, wo nach dem Reinigen der Zahnfleischtaschen noch Bakterien zurückbleiben. Als schonende Ergänzung der Parodontitis-Behandlung hilft sie, das Ergebnis zu sichern und einen Rückfall unwahrscheinlicher zu machen - ganz ohne Antibiotikum.
Was ist die aPDT?
Die antimikrobielle photodynamische Therapie (aPDT) ist ein lichtbasiertes Verfahren, das Bakterien gezielt abtötet. Dabei wird ein blauer Farbstoff (ein sogenannter Photosensibilisator) in die Zahnfleischtasche eingebracht, der sich an die Bakterien anlagert. Anschließend wird die Stelle mit einem speziellen Licht bestrahlt. Das aktiviert den Farbstoff, und es entsteht eine Reaktion, die die Bakterienzellen zerstört - das umliegende Gewebe bleibt geschont.
Der Vorteil liegt in der Schonung: kein Schnitt, kein Antibiotikum - und die Methode erreicht auch Bakterien an Stellen, die mechanisch schwer zugänglich sind.
Norman JacobZahnarztWann wird die aPDT eingesetzt?
Am häufigsten ergänzt die aPDT die Parodontitis-Behandlung: Nachdem die Zahnfleischtaschen gereinigt wurden, tötet sie verbliebene Bakterien gezielt ab und unterstützt so das Abheilen. Auch bei einer Periimplantitis, der Entzündung am Implantat, kann sie ergänzend zum Einsatz kommen.
Die aPDT ist kein Ersatz für die gründliche Reinigung, sondern ihr Begleiter. Erst wird der Großteil der Beläge entfernt, dann hilft die aPDT bei dem, was zurückbleibt. Ob sie in Ihrem Fall sinnvoll ist, hängt vom Befund ab.
