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Wissenswert · Zahnersatz

Krone oder Implantat? Wann welche Lösung sinnvoll ist

„Krone oder Implantat" klingt nach einer Entscheidung zwischen zwei gleichwertigen Alternativen. Das ist sie nicht. Eine Krone erhält den eigenen Zahn, ein Implantat ersetzt einen, der verloren ist. Die eigentliche Frage lautet also zuerst: Lässt sich der Zahn noch retten? Erst wenn die Antwort nein lautet, wird das Implantat zum Thema.

Vergleich von Zahnkrone und Implantat an zwei Zahnmodellen in einer Zahnarztpraxis in Berlin-Spandau
Krone oder Implantat: Die Krone erhält den eigenen Zahn, das Implantat ersetzt einen verlorenen.

Auf einen Blick

  • Eine Krone sitzt auf einem eigenen, erhaltungswürdigen Zahn und schützt ihn.
  • Ein Implantat ersetzt einen fehlenden Zahn samt Wurzel im Kieferknochen.
  • Die erste Frage ist immer, ob der eigene Zahn erhalten werden kann.
  • Für eine Krone braucht es genug gesunde Zahnsubstanz, für ein Implantat ausreichend Knochen.
  • Auch ein Implantat trägt am Ende eine Krone - die beiden schließen sich nicht aus.
  • Welche Lösung passt, entscheidet der Befund, nicht eine Faustregel.

Krone oder Implantat: worin der Unterschied liegt

Eine Zahnkrone ist eine Versorgung, die einen geschädigten, aber noch erhaltungswürdigen Zahn überdeckt und stabilisiert. Der eigene Zahn mit seiner Wurzel bleibt erhalten, die Krone sitzt darauf wie eine schützende Kappe.

Ein Zahnimplantat ist dagegen ein Ersatz für einen Zahn, der bereits fehlt oder nicht mehr zu retten ist. Eine künstliche Wurzel, meist aus Titan, wird in den Kieferknochen eingesetzt und trägt später eine Krone. Der Unterschied liegt also nicht in der sichtbaren Krone oben, sondern darin, was darunter ist: der eigene Zahn oder ein künstlicher Ersatz.

Wann eine Krone ausreicht

Eine Krone kommt infrage, solange der Zahn erhaltungswürdig ist. Das ist der Fall, wenn genug gesunde Zahnsubstanz vorhanden ist und die Wurzel stabil im Kiefer sitzt, auch wenn der sichtbare Teil stark geschädigt ist.

Typische Situationen sind ein Zahn mit großem Defekt, der für eine Füllung oder ein Inlay zu weit fortgeschritten ist, ein Zahn nach einer Wurzelkanalbehandlung, der brüchig geworden ist, oder ein abgebrochener Zahn mit intakter Wurzel. In all diesen Fällen gilt der Grundsatz: Der eigene Zahn ist die erste Wahl. Solange er tragfähig ist, gibt es keinen Grund, ihn zu ersetzen.

Wann ein Implantat die bessere Wahl ist

Ein Implantat wird zum Thema, wenn der Zahn nicht mehr erhalten werden kann oder bereits fehlt. Das ist der Fall, wenn die Wurzel zerstört ist, der Zahn zu stark gelockert ist oder eine Entzündung ihn nicht mehr tragfähig macht.

Voraussetzung ist ausreichend Kieferknochen, in den die künstliche Wurzel einwachsen kann. Reicht der Knochen nicht, ist oft ein Knochenaufbau möglich. Der Vorteil gegenüber anderen Ersatzlösungen: Ein Implantat steht für sich und belastet den Knochen wie eine echte Wurzel, ohne dass die Nachbarzähne beschliffen werden müssen. Mehr dazu auf unserer Seite zu Zahnimplantaten.

Krone und Implantat im direkten Vergleich

Der Vergleich zeigt, dass die beiden an unterschiedlichen Punkten ansetzen:

KriteriumKroneImplantat
Eigener Zahnbleibt erhaltenist verloren, wird ersetzt
Voraussetzunggenug gesunde Zahnsubstanz, stabile Wurzelausreichend Kieferknochen
Nachbarzähnebleiben unberührtbleiben unberührt
Was getragen wirdKrone auf eigenem ZahnKrone auf künstlicher Wurzel
Eingriffohne Operationchirurgischer Eingriff nötig
typische KassenleistungFestzuschuss zum ZahnersatzFestzuschuss nur für die Krone, nicht das Implantat

Aus dieser Gegenüberstellung wird deutlich, warum die Reihenfolge zählt: Zuerst prüft man, ob eine Krone reicht. Erst wenn der Zahn nicht zu halten ist, folgt das Implantat.

Was ist mit der Krone auf dem Implantat?

Hier löst sich die vermeintliche Entweder-oder-Frage auf. Auch ein Implantat trägt am Ende eine Krone. Der Unterschied ist nur, worauf diese Krone sitzt: bei der klassischen Überkronung auf dem eigenen Zahn, beim Implantat auf der künstlichen Wurzel.

Wer also „Krone oder Implantat" gegenübergestellt bekommt, vergleicht genau genommen „Krone auf eigenem Zahn" mit „Krone auf Implantat". Und diese Frage beantwortet sich über den Zustand des Zahns, nicht über eine grundsätzliche Vorliebe für das eine oder andere.

So kommt die Entscheidung zustande

Ob Krone oder Implantat, ergibt sich aus einem klaren Ablauf:

  1. Befund erheben. Wir prüfen, wie stark der Zahn geschädigt ist und ob die Wurzel noch trägt, bei Bedarf mit einer Röntgenaufnahme.
  2. Erhaltungswürdigkeit klären. Lässt sich der Zahn mit einer Krone oder einer vorherigen Wurzelbehandlung erhalten? Wenn ja, ist das der Weg.
  3. Bei nicht erhaltungswürdigem Zahn: Ersatz planen. Steht fest, dass der Zahn raus muss, wird die Versorgung der Lücke geplant, oft mit einem Implantat.
  4. Voraussetzungen prüfen. Für das Implantat wird das Knochenangebot beurteilt, bei Bedarf ein Knochenaufbau eingeplant.
  5. Gemeinsam entscheiden. Auf dieser Grundlage besprechen wir die Möglichkeiten und entscheiden zusammen.

Erhalten oder ersetzen: der Grundsatz dahinter

Pauschal lässt sich nicht sagen, was besser ist. Ein gut erhaltener eigener Zahn hat Vorteile, die kein Ersatz vollständig nachbildet. Deshalb steht der Erhalt an erster Stelle, solange er fachlich sinnvoll ist.

Ist der Zahn aber nicht mehr zu retten, ist ein Implantat oft die stabilste Lösung, weil es den Kieferknochen erhält und ohne Beschleifen der Nachbarzähne auskommt. Einen aussichtslosen Zahn mit immer neuen Reparaturen zu halten, ist nicht im Sinne des Patienten. Wo diese Grenze verläuft, zeigt der Befund im Einzelfall.

Unsicher, ob Ihr Zahn noch zu halten ist? Lassen Sie es in Ihrer Praxis in Berlin-Spandau befunden - bevor über Ersatz gesprochen wird.

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Was kostet Krone oder Implantat?

Bei beiden Versorgungen leistet die gesetzliche Krankenkasse einen befundbezogenen Festzuschuss. Wichtig ist der Unterschied: Bei der Krone bezieht sich der Zuschuss auf die Versorgung des Zahns, beim Implantat nur auf die Krone darauf, nicht auf das Implantat selbst. Mit lückenlosem Bonusheft erhöht sich der Zuschuss (Quelle: GKV-Spitzenverband / G-BA).

Wie hoch Ihr Eigenanteil ausfällt, hängt vom Befund, vom Material und vom Aufwand ab. Verbindlich wird es erst mit einem Heil- und Kostenplan nach der Untersuchung.

Häufige Fragen zu Krone oder Implantat

Ist ein Implantat besser als eine Krone?

Die Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, weil beide unterschiedliche Situationen versorgen. Eine Krone erhält den eigenen Zahn, ein Implantat ersetzt einen verlorenen. Solange der Zahn erhaltungswürdig ist, ist die Krone die erste Wahl.

Wann muss ein Zahn gezogen und durch ein Implantat ersetzt werden?

Wenn er nicht mehr erhaltungswürdig ist, etwa bei zerstörter Wurzel, starker Lockerung oder einer Entzündung, die den Zahn nicht mehr tragfähig macht. Ob das der Fall ist, zeigt die Untersuchung.

Hält ein Implantat länger als ein überkronter eigener Zahn?

Das hängt vom Einzelfall ab. Ein gut erhaltener eigener Zahn mit Krone kann viele Jahre halten, ebenso ein Implantat. Eine allgemeine Rangfolge lässt sich daraus nicht ableiten.

Trägt ein Implantat auch eine Krone?

Ja. Auf dem Implantat sitzt am Ende eine Krone. Der Unterschied zur klassischen Überkronung ist nur, dass die Krone auf einer künstlichen statt auf der eigenen Wurzel sitzt.

Zahlt die Krankenkasse Krone oder Implantat?

Bei beiden gibt es einen befundbezogenen Festzuschuss. Beim Implantat bezieht er sich nur auf die Krone, nicht auf das Implantat selbst. Den genauen Rahmen hält der Heil- und Kostenplan fest.

Norman Jacob

Norman Jacob

Zahnarzt · Ästhetische Zahnmedizin, Implantologie

Norman Jacob ist Zahnarzt für ästhetische Zahnmedizin und Implantologie bei Spree Ecke Havel in Berlin-Spandau. Nach dem Studium in Kiel hat er sich auf implantatgetragenen Zahnersatz und den Erhalt eigener Zähne spezialisiert. Er ist Referent für Implantologie und seit 2023 Gutachter der KZV Berlin.

Dieser Text ersetzt keine Untersuchung. Ob in Ihrem Fall eine Krone ausreicht oder ein Implantat sinnvoller ist, lässt sich erst nach einer Befundung sagen. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie sich in Ruhe beraten.